| Manchmal wird einem erst rückblickend bewusst, dass etwas gefehlt hat – bis man es findet. Genauso ging es uns, als wir das NMKJ kennengelernt haben. Als Jurastudentinnen mit afghanischen bzw. iranischen Wurzeln bewegen wir uns zwischen unterschiedlichen kulturellen Einflüssen. Mit der Idee des NMKJ konnten wir uns daher auf Anhieb identifizieren: einem Netzwerk für Jurist*innen, die sich neben der deutschen Mehrheitsgesellschaft einer oder mehreren weiteren Kulturen zugehörig fühlen. Unser erster Kontakt mit dem NMKJ Den ersten Kontakt mit dem Verein hatten wir im Jahr 2025 über einen Stammtisch in Hamburg. Eine Freundin hatte uns auf das Treffen aufmerksam gemacht. Obwohl wir schon kurz vor dem Staatsexamen stehen, war es tatsächlich das erste Mal, dass wir von dem Verein gehört hatten. Der Stammtisch findet regelmäßig in verschiedenen Städten statt. Wir hatten das Glück, uns noch rechtzeitig für den Stammtisch in Hamburg anmelden zu können und bei einem gemeinsamen Abendessen einige Mitglieder des Vereins kennenzulernen. Wir wussten nicht genau, was uns erwartet, sind aber im Nachhinein sehr froh, dabei gewesen zu sein. Es hat nicht lange gedauert, bis sich interessante Gespräche entwickelt haben und wir uns gefühlt haben, als säßen wir in einer Runde unter Freund*innen. Dabei wurden sowohl private als auch lustige Geschichten aus dem Studium, dem Referendariat und dem Arbeitsleben geteilt. Dadurch haben wir für einen Moment die Ernsthaftigkeit und die Angst vergessen, die einen im Jurastudium sonst oft begleiten. Austausch, der weiterhilft Gleichzeitig hat uns dieser Austausch gezeigt, dass man trotz Rückschlägen und schwieriger Situationen nicht allein ist. Nicht jede Person geht den gleichen Weg, aber am Ende erreicht jede*r trotzdem das eigene Ziel. Besonders wertvoll war für uns, dass die Gespräche nicht beim Erzählen stehen geblieben sind. Wir haben konkrete Ratschläge bekommen – zur Examensvorbereitung, zum Referendariat und zu möglichen Berufswegen. Zu wissen, dass es Ansprechpersonen gibt, die diesen Weg bereits gegangen sind und ihre Erfahrungen mit uns teilen, hat uns sehr beruhigt und inspiriert. Wir waren so vertieft in die Gespräche, dass wir gar nicht gemerkt haben, wie die Zeit verging. Besonders gefreut hat uns, dass einige Mitglieder uns ihre Kontaktdaten gegeben haben, damit wir uns bei Fragen jederzeit an sie wenden können. Wir sind an diesem Abend mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen, weil wir wussten: Zwar liegt noch ein schwieriger Weg vor uns, aber wir werden ihn bewältigen. Den Beweis dafür haben wir an diesem Abend gesehen. Teil einer Gemeinschaft werden Ein paar Tage nach dem Treffen haben wir beide den Mitgliedsantrag ausgefüllt und sind seitdem Teil des Netzwerks. Wir wurden herzlich von Mitgliedern aus ganz Deutschland auf dem Discord-Channel begrüßt und arbeiten innerhalb verschiedener Teams gemeinsam an Ideen, um das Netzwerk zu erweitern, Veranstaltungen zu organisieren und die Gemeinschaft zu stärken. Besonders schätzen wir, dass das NMKJ die Möglichkeit für ganz unterschiedliche Formen der Beteiligung bietet: von der Nutzung von Angeboten wie dem Mentoring-Programm oder den Veranstaltungen bis hin zum aktiven Mitwirken in den unterschiedlichen Teams. Auf diese Weise kann man seine Mitgliedschaft im Verein an die eigene zeitliche Kapazität anpassen. Auch ein aktives Engagement, wie etwa im PR-Team, für das sich eine von uns entschieden hat, lässt sich flexibel mit der jeweiligen Lebens- und Studienphase vereinbaren. Unser Fazit Wir sind dem Netzwerk Multikultureller Jurist*innen beigetreten, weil wir uns als Jurastudentinnen neben der deutschen Mehrheitsgesellschaft auch einer anderen Kultur zugehörig fühlen. Wir sind aber vor allem auch beigetreten, weil wir uns dem Netzwerk selbst zugehörig gefühlt haben: eine Organisation voller inspirierender Menschen, lehrreicher Veranstaltungen, hilfreicher Kontakte und einer Gemeinschaft, in der man sich zuhause fühlt. Autorinnen: Lenna Tayyeb und Hila Willand |
